Staatszirkus der DDR: Christiane Samel verstorben
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17.11.2018 17:55 Alter: 61 days
Von: SB

Christiane Samel verstorben


Wie wir erst jetzt erfahren haben, ist Christiane Samel bereits am 4. November 2018 im Alter von 75 Jahren verstorben. Ihre letzte Ruhe findet sie am 27. November auf dem Friedhof von Hönow neben ihrem Mann, der 2015 verstarb.

Dietmar Winkler hat für die Fachpresse einen Nachruf verfasst, den er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Nachruf auf Christiane Samel

Am 4. November verstarb in Hönow Christiane Samel im 75. Lebensjahr. In Sömmerda geboren, lernte sie bei einem Zirkusgastspiel Erhard Samel kennen, damals Assistent von Chefdresseur Hanno Coldam. Die gelernte Augenoptikerin ging 1963 zum Zirkus Aeros, zuerst als Kassiererin, dann als Tierpflegerin und ab 1970 stand sie mit Erhard Samel im Raubtierkäfig. In der großen Dressurdarbietung mit Löwen, Tiger, Leoparden, Puma und verschiedenen Bären, darunter auch ein Eisbär, übernahm sie schon bald einen wichtigen Part, so den Löwen-Tiger-Sprung, bei dem sie auf einem Schwungseil lag, oder das Auffangen des Pumas in ihren Armen.

In den Jahren 1974 und 1975 gastierten die Samels bei Ringling Bros. and Barnum & Bailey in den USA. Dort hatte Christiane drei Schimpansen erworben, mit denen sie in die DDR zurückkehrten. Mit dem Gastspiel bei „Menschen – Tiere – Sensationen“ in der Deutschland­halle 1979 beendeten sie ihre Tätigkeit beim Staatszirkus und arbeiteten von da an als freiberufliche Artisten mit den Schimpansen. Die Samels waren mit ihren Menschenaffen auf vielen Bühnen zu erleben, ebenso agierten die Tiere in zahlreichen Fernsehauftritten. Im Jahre 1993 unternahm Christiane Samel das Wagnis, den Zirkus Aeros wieder auferstehen zu lassen, nachdem sie bereits 1991 einen Kinderzirkus gegründet hatte, der zwei Jahre bestand. 1997 musste sie das Aeros-Unternehmen einstellen.

Die Schimpansen blieben immer der Mittelpunkt ihrer Arbeit, zusammen mit ihrem Mann war sie unaufhörlich um das Wohl der Tiere und die Bewältigung der vielen Probleme im Zusammenhang mit den Tierhaltungsbestimmungen bemüht, bis die Tiere schließlich in Tierparks im Ausland untergebracht werden konnten.