Das Unternehmen im Spiegel seiner Signets

Die Grafiken in der Reihenfolge ihrer Entstehung und Verwendung

Zeittafel

1945
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges mit Chaos und Zerstörung beginnt Zirkus Busch im Herbst Meerane zu spielen, Aeros eröffnet am 7. Dezember 1945 in Leipzig seinen festen Zirkusbau.

1946
Zirkus Barlay geht in Halle auf die erste Nachkriegstournee.

1948
Zirkus Barlay eröffnet am 25. Dezember in Berlin in der Friedrichstrasse seinen festen Zirkusbau.

1950
Harry Barlay geht mit seinem Partner Gustav Brumbach unter Mitnahme des größten Teiles seines Zirkusmaterials in die Bundesrepublik Deutschland. Der Restzirkus wird Treuhandbetrieb und dem Magistrat von Ost-Berlin unterstellt.

1951
Der Inhaber des Zirkus Busch, Fritz van der Heydt, verstirbt am 21. Dezember. Der Zirkus wird als kommunales Unternehmen der Stadt Magdeburg unterstellt.

1952
Am 18. Februar stirbt Cliff Aeros in Leipzig. Der Zirkus wird nach Feststellung von (heute ob ihrer Höhe nicht mehr nachvollziehbaren) Steuerschulden als kommunales Unternehmen der Stadt Leipzig weitergeführt.

1953
In der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten wird Otto Netzker mit der Reorganisation des Zirkus und des Veranstaltungswesens beauftragt. Die sozialen Bedingungen für die Mitarbeiter in den Zirkussen werden schrittweise verbessert.

1955
Zum ersten Mal nach dem Krieg reist ein Zirkusensemble in die Sowjetunion, es gastiert in Moskau, Stalingrad und Leningrad.

1957/58
Erstmals gastiert ein Zirkusbetrieb im Ausland: Busch spielt im Winter in Prag.

1960
Auf Grund einer gesetzlichen Regelung wird der „VEB Zentral-Zirkus“ gegründet, Gründungsbetriebe sind die Zirkusse Barlay und Busch.

1961
Am 1. Januar kommt Zirkus Aeros hinzu.
Zirkus Barlay wird technisch völlig neu ausgestattet. Es entsteht ein neuer Reisebetrieb unter dem Namen „Olympia“, der als Mittelzirkus vor allem kleinere Städte bespielen soll.

1963
In Dahlwitz-Hoppegarten beginnt der Bau eines modernen Winterquartiers, das auf einer Fläche von 11,5 ha das damals modernste in Europa wird. Es umfasst Ställe, Werkstätten, Probemanegen, Wohnheime und Unterstellhallen.

Es wird eine künstlerische Abteilung geschaffen, die Einfluß auf die Entwicklung der Darbietungen nehmen soll. Die Leitung übernimmt Mario Turra.

Als erster Artist der DDR wird der Pferdedresseur Hermann Ullmann mit dem „Kunstpreis der DDR“ ausgezeichnet.

Dem VEB Zentral-Zirkus werden vom Ministerium für Kultur die Anleitung der privaten Lizenzzirkusse und das Spielerlaubniswesen für den Schaustellerbereich übertragen.

1967
Das Zirkusgebäude an der Berliner Friedrichstraße wird wegen bautechnischer Mängel abgerissen, die letzte Vorstellung war dort am 25. Februar 1963 gezeigt worden.

1968
Anläßlich eines Gastspiels in der CSSR wird Zirkus Olympia in „Berolina“ umbenannt.

1972
Dem VEB Zentral-Zirkus wird die Agenturtätigkeit für die Vermittlung eigener und fremder zirkusspezifischer Darbietungen in das und aus dem Ausland übertragen. Die Leitung liegt bei Gerhard Klauß.

1974
Die Eisbärendressur von Ursula Böttcher erhält beim „Grand Festival Mundial“ in Barcelona den „Zirkus-Oscar“.

1977/78
Zum ersten Mal gastiert ein gesamtes Ensemble im „westlichen“ Ausland: in Frankreich.

1979
Erstmals findet eine „künstlerische Konferenz“ statt, die eine Bilanz der künstlerischen Arbeit zieht und Ziele für die 80er Jahre vorgibt.

1980
Der VEB Zentral-Zirkus wird in „Staatszirkus der DDR“ umbenannt.

1983
Zirkus Berolina gastiert in Griechenland.

1987
Nach dem Ausscheiden von Generaldirektor Otto Netzker aus Altersgründen wird Gerhard Klauß als Generaldirektor berufen.

1988/89
Erstmals gastiert im Winter ein Ensemble in der Bundesrepublik Deutschland.

1990
Die „Wende“ erfordert neue Überlegungen zur Weiterführung des Staatszirkus. Sie kommen jedoch nicht mehr zum Tragen, das Unternehmen wird der Treuhandanstalt zugeordnet.

Im Juli wird der Staatszirkus der DDR in die Einzel-GmbH im Aufbau Aeros, Berolina, Busch und Circ-Commerz (Winterquartier) aufgespalten.

Bereits im August stellt Zirkus Busch seinen Spielbetrieb ein.

Zum 30. September wird die Generaldirektion aufgelöst.

Zirkus Aeros reist erfolgreich in der UdSSR, auf Grund der Währungsunion ist aber die Transferierung seiner Einnahmen nicht mehr möglich.

1991
Nachdem die Aufspaltung sich als falsch erwiesen hat, werden die Einzel-GmbH am 11. Januar zur „Berliner Circus Union GmbH im Aufbau“ wieder zusammengeführt.

Aus Gründen der Tourneeplanung und der wirtschaftlichen Entwicklung werden die Zirkusse Berolina und Busch zum Zirkus Busch-Berolina zusammengeschlossen.

Zirkus Aeros reist in Kooperation mit dem privaten Zirkus Olympia (Hans Kaufmann, Staßfurt).

1992
Rückwirkend zum 1. Januar verfügt die Treuhandanstalt die Auflösung des Zirkus Aeros.

Am 1. Mai wird der Zirkus Busch-Berolina durch die Treuhandanstalt für eine DM an eine neu gegründete „Selekta Zirkus-Entertainment GmbH“ in Essen verkauft.

Am 1. September wird die Liquidation über die Berliner Circus Union eröffnet, Liquidator wird Rechtsanwalt Dr. Wilhelm A. Schaaf aus Frankfurt (Main).

1993
Rücknahme der hochverschuldeten „Selekta Zirkus-Entertainment GmbH“ durch die Treuhandanstalt, auch über sie wird die Liquidation eröffnet.

1995
Erarbeitung eines Projekts für einen multifunktionalen Zirkusbau in Berlin unter Beteiligung der Berliner Circus Union und des Circo Americano (Enis Togni). Dazu führt der Senat von Berlin einen städtebaulichen Wettbewerb für einen Standort am Nordbahnhof durch.

1997
Aufgabe des Projekts eines festen Zirkusbaues auf Grund fehlender langfristiger Mietverträge und aus bautechnischen Gründen auf dem vorgesehenen Standort.

1998
Erarbeitung eines neuen Privatisierungskonzeptes, das von der Treuhandanstalt nicht mehr beraten wird. Am 9. November wird Rechtsanwalt Dr. Schaaf als Liquidator abberufen und dafür der Wirtschaftsprüfer Kurt-Christian Knischewski zum Liquidator bestimmt.

1999
Der Liquidator Knischewski forciert die Abwicklung des Unternehmens, die Dressurgruppen werden auseinandergerissen und die Tiere verkauft, ebenso das noch vorhandene Material.

2000
Im Frühjahr ist das Unternehmen personell und materiell abgewickelt.

Ein Hinweis in eigener Sache:
Wir haben uns bei der detaillierten Betrachtung der Geschichte des Unternehmens auf den Zeitraum von 1960 – 1990 beschränkt. Für die Zeit nach der politischen Wende in der DDR sei dem Interessierten die Lektüre des Buches „Wie beerdigt man einen Zirkus?“ von Dietmar Winkler empfohlen, in dem der Prozeß der Privatisierung und Abwicklung aus der Sicht eines direkt Beteiligten informativ und ausführlich nachzulesen ist.

1945

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges mit Chaos und Zerstörung beginnt Zirkus Busch im Herbst Meerane zu spielen, Aeros eröffnet am 7. Dezember 1945 in Leipzig seinen festen Zirkusbau.

1945

1946

Zirkus Barlay geht in Halle auf die erste Nachkriegstournee.

1948

Zirkus Barlay eröffnet am 25. Dezember in Berlin in der Friedrichstrasse seinen festen Zirkusbau.

1948

1950

Harry Barlay geht mit seinem Partner Gustav Brumbach unter Mitnahme des größten Teiles seines Zirkusmaterials in die Bundesrepublik Deutschland. Der Restzirkus wird Treuhandbetrieb und dem Magistrat von Ost-Berlin unterstellt.

1951

Der Inhaber des Zirkus Busch, Fritz van der Heydt, verstirbt am 21. Dezember. Der Zirkus wird als kommunales Unternehmen der Stadt Magdeburg unterstellt.

1951

1952

Am 18. Februar stirbt Cliff Aeros in Leipzig. Der Zirkus wird nach Feststellung von (heute ob ihrer Höhe nicht mehr nachvollziehbaren) Steuerschulden als kommunales Unternehmen der Stadt Leipzig weitergeführt.

1953

In der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten wird Otto Netzker mit der Reorganisation des Zirkus und des Veranstaltungswesens beauftragt. Die sozialen Bedingungen für die Mitarbeiter in den Zirkussen werden schrittweise verbessert.

1953

1955

Zum ersten Mal nach dem Krieg reist ein Zirkusensemble in die Sowjetunion, es gastiert in Moskau, Stalingrad und Leningrad.

1957 / 1958

Erstmals gastiert ein Zirkusbetrieb im Ausland: Busch spielt im Winter in Prag.

1957 / 1958

1960

Auf Grund einer gesetzlichen Regelung wird der „VEB Zentral-Zirkus“ gegründet, Gründungsbetriebe sind die Zirkusse Barlay und Busch.

1961

Am 1. Januar kommt Zirkus Aeros hinzu.
Zirkus Barlay wird technisch völlig neu ausgestattet. Es entsteht ein neuer Reisebetrieb unter dem Namen „Olympia“, der als Mittelzirkus vor allem kleinere Städte bespielen soll.

1961

1963

In Dahlwitz-Hoppegarten beginnt der Bau eines modernen Winterquartiers, das auf einer Fläche von 11,5 ha das damals modernste in Europa wird. Es umfasst Ställe, Werkstätten, Probemanegen, Wohnheime und Unterstellhallen.

Es wird eine künstlerische Abteilung geschaffen, die Einfluß auf die Entwicklung der Darbietungen nehmen soll. Die Leitung übernimmt Mario Turra.

Als erster Artist der DDR wird der Pferdedresseur Hermann Ullmann mit dem „Kunstpreis der DDR“ ausgezeichnet.

Dem VEB Zentral-Zirkus werden vom Ministerium für Kultur die Anleitung der privaten Lizenzzirkusse und das Spielerlaubniswesen für den Schaustellerbereich übertragen.

1967

Das Zirkusgebäude an der Berliner Friedrichstraße wird wegen bautechnischer Mängel abgerissen, die letzte Vorstellung war dort am 25. Februar 1963 gezeigt worden.

1967

1968

Anläßlich eines Gastspiels in der CSSR wird Zirkus Olympia in „Berolina“ umbenannt.

1972

Dem VEB Zentral-Zirkus wird die Agenturtätigkeit für die Vermittlung eigener und fremder zirkusspezifischer Darbietungen sowie für das Schaustellerwesen in das und aus dem Ausland übertragen. Die Leitung liegt bei Gerhard Klauß.

1972

1974

Die Eisbärendressur von Ursula Böttcher erhält beim „Grand Festival Mundial“ in Barcelona den „Zirkus-Oscar“.

1977 / 1978

Zum ersten Mal gastiert ein gesamtes Ensemble im „westlichen“ Ausland: in Frankreich.

1977 / 1978

1979

Erstmals findet eine „künstlerische Konferenz“ statt, die eine Bilanz der künstlerischen Arbeit zieht und Ziele für die 80er Jahre vorgibt.

1980

Der VEB Zentral-Zirkus wird in „Staatszirkus der DDR“ umbenannt.

1980

1983

Zirkus Berolina gastiert in Griechenland.

1987

Nach dem Ausscheiden von Generaldirektor Otto Netzker aus Altersgründen wird Gerhard Klauß als Generaldirektor berufen.

1987

1988 / 1989

Erstmals gastiert im Winter ein Ensemble in der Bundesrepublik Deutschland.

1990

Die „Wende“ erfordert neue Überlegungen zur Weiterführung des Staatszirkus. Sie kommen jedoch nicht mehr zum Tragen, das Unternehmen wird der Treuhandanstalt zugeordnet.

Im Juli wird der Staatszirkus der DDR in die Einzel-GmbH im Aufbau Aeros, Berolina, Busch und Circ-Commerz (Winterquartier) aufgespalten.

Bereits im August stellt Zirkus Busch seinen Spielbetrieb ein.

Zum 30. September wird die Generaldirektion aufgelöst.

Zirkus Aeros reist erfolgreich in der UdSSR, auf Grund der Währungsunion ist aber die Transferierung seiner Einnahmen nicht mehr möglich.

1990

1991

Nachdem die Aufspaltung sich als falsch erwiesen hat, werden die Einzel-GmbH am 11. Januar zur „Berliner Circus Union GmbH im Aufbau“ wieder zusammengeführt.

Aus Gründen der Tourneeplanung und der wirtschaftlichen Entwicklung werden die Zirkusse Berolina und Busch zum Zirkus Busch-Berolina zusammengeschlossen.

Zirkus Aeros reist in Kooperation mit dem privaten Zirkus Olympia (Hans Kaufmann, Staßfurt).

1992

Rückwirkend zum 1. Januar verfügt die Treuhandanstalt die Auflösung des Zirkus Aeros.

Am 1. Mai wird der Zirkus Busch-Berolina durch die Treuhandanstalt für eine DM an eine neu gegründete „Selekta Zirkus-Entertainment GmbH“ in Essen verkauft.

Am 1. September wird die Liquidation über die Berliner Circus Union eröffnet, Liquidator wird Rechtsanwalt Dr. Wilhelm A. Schaaf aus Frankfurt (Main).

1992

1993

Rücknahme der hochverschuldeten „Selekta Zirkus-Entertainment GmbH“ durch die Treuhandanstalt, auch über sie wird die Liquidation eröffnet.

1995

Erarbeitung eines Projekts für einen multifunktionalen Zirkusbau in Berlin unter Beteiligung der Berliner Circus Union und des Circo Americano (Enis Togni). Dazu führt der Senat von Berlin einen städtebaulichen Wettbewerb für einen Standort am Nordbahnhof durch.

1995

1997

Aufgabe des Projekts eines festen Zirkusbaues auf Grund fehlender langfristiger Mietverträge und aus bautechnischen Gründen auf dem vorgesehenen Standort.

1998

Erarbeitung eines neuen Privatisierungskonzeptes, das von der Treuhandanstalt nicht mehr beraten wird. Am 9. November wird Rechtsanwalt Dr. Schaaf als Liquidator abberufen und dafür der Wirtschaftsprüfer Kurt-Christian Knischewski zum Liquidator bestimmt.

1998

1999

Der Liquidator Knischewski forciert die Abwicklung des Unternehmens, die Dressurgruppen werden auseinandergerissen und die Tiere verkauft, ebenso das noch vorhandene Material.

2000

Im Frühjahr ist das Unternehmen personell und materiell abgewickelt.

2000

Ein Hinweis in eigener Sache:
Wir haben uns bei der detaillierten Betrachtung der Geschichte des Unternehmens auf den Zeitraum von 1960 – 1990 beschränkt. Für die Zeit nach der politischen Wende in der DDR sei dem Interessierten die Lektüre des Buches „Wie beerdigt man einen Zirkus?“ von Dietmar Winkler empfohlen, in dem der Prozeß der Privatisierung und Abwicklung aus der Sicht eines direkt Beteiligten informativ und ausführlich nachzulesen ist.

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