In meiner Reihe „Archivale des Monats“ zeige ich euch jeden Monat ein besonderes Stück aus meinem Zirkusarchiv – mal selten, mal außergewöhnlich, manchmal auch skurril. Jedes Exponat öffnet ein kleines Fenster in die Geschichte des Staatszirkus der DDR und erzählt von Menschen, Momenten und Erinnerungen, die sonst leicht in Vergessenheit geraten.
Das Exponat
Hinter dem Erscheinungsbild des Staatszirkus der DDR (vormals VEB Zentral-Zirkus) standen über die Jahrzehnte hinweg namhafte Zeichner, Grafiker und Illustratoren. Bekannte Namen wie Kurt Koberstaedt, Heinz Rammelt, Hans Gebhardt oder Wolfgang Brock prägten mit ihren Arbeiten das visuelle Gedächtnis des Publikums.
Ab dem Jahr 1988 schlug der Zirkus Busch einen neuen Weg in seiner Außendarstellung ein. Es begann die Zusammenarbeit mit dem Erfurter Grafiker Michael Auert. Der diplomierte Maler und Grafikdesigner, der seine Werke mit dem markanten Kürzel „miau“ signierte, schuf ab diesem Zeitpunkt eine Vielzahl von Motiven – von Aufklebern und Plakaten bis hin zu Programmhefttiteln.
Auch die hier gezeigte Ehrenkarte stammt aus seiner Feder. Auerts Stil war für die damalige Zeit außergewöhnlich: frisch, frech und im Comic-Stil gehalten. Diese Form der grafischen Gestaltung war in ihrer Lockerheit neu für einen Betriebsteil des Staatszirkus der DDR. Sie markiert eine Phase, in der die traditionelle Zirkusästhetik durch moderne, illustratorische Einflüsse ergänzt wurde.
Diese Karte ist somit nicht nur ein Dokument der Einlasskontrolle, sondern ein Zeugnis für den grafischen Wandel in der Spätphase des Staatszirkus.
Damit endet mein Blick auf die Archivale des Monats. Ich hoffe, ihr hattet Freude an diesem kleinen Einblick in die Geschichte des Staatszirkus der DDR. Schon im nächsten Monat wartet hier das nächste spannende Exponat auf euch.
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